Geschichte der Sojabohne
Das gelbe Juwel im alten China
Soja erscheint auf den ersten Blick wie eine kleine unscheinbare Bohne. Doch, und das wissen die wenigsten, in der goldgelben Sojabohne stecken eine Menge Nährstoffe und sie ist rundum gesund.
Die Vorzüge der Sojabohne haben die Chinesen schon sehr früh erkannt. Archäologen schätzen, dass die Kultivierung von Sojapflanzen bereits im alten China vor rund 4.000 Jahren begann.
Schnell spielte Soja eine bedeutende Rolle im täglichen Speiseplan der Chinesen. Vor allem wegen ihres hohen Eiweißgehaltes wurde die Sojabohne schon bald als ein wichtiges Grundnahrungsmittel geschätzt. Da die Pflanze sehr genügsam ist und deshalb leicht angebaut werden kann, bewahrte sie die Chinesen oft vor drohenden Hungersnöten.
Jahrtausendelang wurde die Sojabohne deshalb als Glücksbringer oder auch gelbes Juwel gepriesen und gehörte zu den fünf heiligen Feldfrüchten, neben Reis, Hirse, Weizen und Gerste.
Aus Soja - der „heiligen Frucht“ - bereiteten die chinesischen Hausfrauen schon damals viele traditionelle Gerichte für ihre Familien, Männer und Kinder zu. Sie verarbeiteten Soja zu Mehl und stellten reichhaltiges Sojaöl her. Typische Sojaspeisen wie Tofu, Tempeh und die bekannte Sojasauce entstanden – sie bereichern nicht nur bis heute die chinesische und asiatische Küche sondern finden auch immer mehr Einzug in die europäischen Küchen.
Die Reise der Sojabohne in die Welt
Langsam verbreitete sich die Kunde von den nahrhaften und köstlichen Eigenschaften der Sojabohne auch in die asiatischen Nachbarländer Chinas. Bereits mehrere Jahrhunderte v. Chr. wurde Soja auch in Japan, Korea und Malaysia angebaut und ist dort ebenfalls bis heute ein wichtiges Grundnahrungsmittel.
Bis die Sojabohne ihren Weg nach Europa fand, gingen jedoch noch viele Jahrhunderte ins Land. Erst der Asienreise des deutschen Arztes und Forschers, Engelbert Kaempfer, ist es zu verdanken, dass Soja auch auf westlichen Speisekarten den Siegeszug antrat.
Ende des 17. Jahrhunderts berichtete Kaempfer das erste Mal ausführlich über die Sojapflanze und machte sie damit einem europäischen Wissenschaftspublikum zugänglich. 1840 schließlich gab es auch in Europa erste Versuche, die Sojabohne in größerem Stil als Ackerfrucht zum Verzehr anzubauen. Fasziniert waren die europäischen Forscher vor allem von dem hohen pflanzlichen Eiweißgehalt der Sojabohne sowie von der Tatsache, dass sie so gut wie keine Zuckerstoffe enthält.
Diese und viele andere Vorteile für eine gesunde und ausgewogene Ernährung haben bis heute dazu beigetragen, dass Soja inzwischen auch die europäischen und deutschen Küchen erobert hat.

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